Film­ver­gnü­gen un­ter frei­em Him­mel

Am Wo­chen­en­de hieß es am Gru­ben­feld wie­der „Film ab!“ un­ter frei­en Him­mel. Die VG Mayen hat­te ge­mein­sam mit dem Cor­­so-Kino das Ge­län­de zu ei­nem idyl­li­schen Frei­licht­ki­no um­ge­stal­tet und das Wet­ter leis­tet sei­nen Bei­trag zu ei­nem un­ver­gleich­ba­ren Film­abend weit über den Dä­chern der In­nen­stadt. Ne­ben ei­nem Im­biss und kal­ten Ge­trän­ken gab es so­gar fri­sches Pop­corn. Für ei­nen ent­spann­ten Abend muss­ten sich die Film­fans ei­gent­lich nur De­cken oder eine Sitz­ge­le­gen­heit mit­brin­gen – und das ta­ten sie scha­ren­wei­se.

Wo be­kommt man so was sonst ge­bo­ten?

Ich bin schon das drit­te Mal da­bei“ sag­te Bru­no ganz ge­las­sen aus sei­nem Cam­ping­stuhl, den er für ei­nen un­ver­bau­ba­ren Blick auf die Lein­wand di­rekt vor den Stein­säu­len auf der An­hö­he auf­ge­baut hat­te. Es gehe ihm haupt­säch­lich um die Stim­mung am Gru­ben­feld. Die wäre ein­ma­lig. Über den Film habe er sich im Vor­feld nicht in­for­miert, son­dern nur übers Wet­ter. „Der Rest wird schon pas­sen. Das Kino hier oben am Gru­ben­feld ist im­mer toll und wo be­kommt man so was sonst ge­bo­ten?“ Ähn­lich sa­hen es auch zwei Paa­re, die es sich mit Chips und Knab­be­rei­en auf ei­ner rie­si­gen Woll­de­cke ge­müt­lich ge­macht hat­ten. Eine der Frau­en hol­te ge­ra­de Wein aus ei­ner Kühl­box, um kurz vor dem Film noch ein­mal die mit­ge­brach­ten Wein­glä­ser zu fül­len. „Wir hat­ten nicht ge­wusst, dass man hier auch Ge­trän­ke kau­fen kann, sonst hät­ten wir viel we­ni­ger mit­ge­bracht“ schien sich die Frau mit der Wein­fla­sche ent­schul­di­gen zu wol­len. Al­ler­dings reicht das Fla­schen­bier des Ge­trän­ke­wa­gens nicht wirk­lich an das Flair her­an, wel­chen das or­ga­ni­sier­te Pick­nick dem an­ste­hen­den Ki­no­abend ver­lieh. Der Film schien eine un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le zu spie­len, denn wie vie­len der an­de­ren Be­su­cher steht die ein­ma­li­ge At­mo­sphä­re am Gru­ben­feld im Vor­der­grund. Kurz nach 22:00 Uhr wur­de es Frei­tag­nacht dann dun­kel und die rie­si­ge Lein­wand zur ein­zi­gen Licht­quel­le. Ge­zeigt wur­de „Flo­rence Fos­ter Jenkins“, ein Film nach der wah­ren Ge­schich­te der gleich­na­mi­gen, le­gen­dä­ren Er­bin und ex­zen­tri­schen New Yor­ker Per­sön­lich­keit, mit Me­ryl Streep und Hugh Grant in den Haupt­rol­len.

Open Air Kino am Grubenfeld 2017
Foto: Mar­co Schmitz
Pro­gramm für Kin­der & Fa­mi­lie

Der Sams­tag­abend am Gru­ben­feld ge­stal­te­te sich ähn­lich. Al­ler­dings stand mit „Vaiana“ ein Ani­ma­ti­ons­film auf dem Pro­gramm, mit dem das Cor­­so-Kino Fa­mi­li­en mit Kin­dern an­spre­chen woll­te. Ob­wohl ei­ni­ge Gäs­te an der Kas­se vom Vor­tag be­kannt wa­ren, pil­ger­ten an die­sem Abend ver­mehrt El­tern mit Kin­dern zum Open-Air Kino. An­sons­ten wa­ren die glei­chen Bil­der wie am Vor­abend zu be­ob­ach­ten. Ei­ni­ge ka­men mit Klapp­stüh­len und Cam­ping­aus­stat­tung in or­ga­ni­sier­ten Grup­pen und blie­ben un­ter sich, wäh­rend an­de­re die Ge­le­gen­heit nut­zen, neue Be­kannt­schaf­ten zu schlie­ßen. Zwi­schen­drin tob­ten Kin­der, um die Zeit bis zum Vor­füh­rungs­be­ginn spie­le­risch zu ver­kür­zen. „Die klei­nen wer­den da­von wohl so müde wer­den, dass sie be­stimmt in den ers­ten 30 Film­mi­nu­ten ein­schla­fen“ mein­te ein jun­ger Va­ter, der mit sei­ner Fa­mi­lie aus Lim­burg für die Frei­licht­vor­füh­rung zum Gru­ben­feld an­ge­reist war.


Die Be­trei­ber des Cor­­so-Kino Mayen zeig­ten sich zum Film­start am zwei­ten Abend sehr zu­frie­den mit der Ver­an­stal­tung, da be­reits am Frei­tag­abend mit der Be­su­cher­zahl die Er­folgs­mar­ke des Vor­jah­res er­reicht wur­de. „Es ist wohl eher den Som­mer­fe­ri­en und der enor­men Tem­pe­ra­tu­ren am Mit­tag ge­schul­det, dass wir Sams­tag we­ni­ger Ein­tritts­kar­ten ver­kau­fen konn­ten“ äu­ßer­te Tho­mas Schne­cken­bur­ger (Cor­so Kino Mayen) ge­gen­über mayenerleben.de. „Vie­le Fa­mi­li­en sind be­reits im Ur­laub oder die Hit­ze am Tag mach­te den Kin­dern ein­fach zu sehr zu schaf­fen. An der Abend­kas­se lie­ßen sich je­doch auch vie­le Be­su­cher aus frü­he­ren Open-Air Vor­füh­run­gen aus­ma­chen. Die Gäs­te neh­men also ein po­si­ti­ves Er­leb­nis mit nach Hau­se und be­stä­ti­gen das, in­dem sie wie­der­kom­men. Das ist uns wich­tig.“ Wie er be­ton­te, wäre rein aus den Ein­tritts­gel­dern eine der­art gro­ße Ver­an­stal­tung ohne die Be­tei­li­gung der VG-Ge­­mein­­schaft nicht zu rea­li­sie­ren. Nicht zu­letzt die her­aus­ra­gen­de Un­ter­stüt­zung der Stadt Mayen ma­che ein Open-Air Kino am Gru­ben­feld erst mög­lich.

Marco Schmitz
Mar­co Schmitz
Mar­co lebt und ar­bei­tet als frei­er Jour­na­list in Mayen. Der Schwer­punkt sei­ner Tä­tig­keit liegt in den Be­rei­chen Kul­tur und Un­ter­hal­tung. Er schreibt für Zei­tun­gen und ist Au­tor Deutsch­lands ers­ter Stu­die über die Re­zep­ti­on von in­ter­ak­ti­ven In­hal­ten durch El­tern.

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