Wo­hin geht‘s mit Lava Rock?

Lava Rock scheint an­ge­kom­men. Zu­min­dest an ei­nem Schei­de­weg. Die Kul­tur­i­n­i­ta­ti­ve Mayen (KIM) konn­te ihr Open-Air Fes­ti­val Lava-Rock mit dem Ter­min und dem Ge­län­de des Kampf­ma­schi­nen­fes­tes stra­te­gisch güns­tig po­si­tio­nie­ren. Ba­sie­rend auf ei­nem so­li­den Netz­werk und den am­bi­tio­nier­ten Mit­glie­dern, ent­wi­ckel­te sich aus ei­nem Mu­sik­fest ein so­li­des Rock-Fes­­ti­val mit be­acht­li­chem Line-Up. Mit ei­nem be­herz­ten Schritt weg von Co­­ver-Bands und ei­nem gu­ten Ge­spür für Nach­wuchs und New­co­mer mit ei­ge­ner Mu­sik mau­ser­te sich Lava Rock zu ei­ner Ver­an­stal­tung, die ei­nem Ver­gleich mit an­de­ren Rock-Fes­­ti­vals gut und ger­ne stand hält.

Doch auch am ver­gan­ge­nen Wo­chen­en­de blie­ben die er­war­te­ten Be­su­cher­strö­me aus. Auf ei­nem groß­zü­gig ab­ge­steck­ten Ge­län­de mit Platz für meh­re­re Hun­dert­schaf­ten Mu­sik­fans und Cam­per, wirk­ten die über 400 Fes­ti­val­be­su­cher eher ver­lo­ren. An den Vor­aus­set­zun­gen lag es nicht. Die KIM prä­sen­tier­te ei­nen an­spruchs­vol­len und brei­ten­taug­li­chen Quer­schnitt durch die Rock­mu­sik. Die ge­la­de­nen Bands spiel­ten auf ei­ner höchst pro­fes­sio­nel­len Büh­ne und be­geis­ter­ten das Pu­bli­kum, un­ter­stützt von kraft­vol­ler PA und ein­drucks­vol­ler Licht­show. Doch es bot sich ein trau­ri­ges Bild. Das Open Air Fes­ti­val Lava Rock, das sich über Jahr­zehn­te aus ei­nem Mu­sik­fest ent­wi­ckel­te, gab sich eher wie er­kal­ten­des Vul­kan­ge­stein. Doch war­um? Ist es der Name, der über die Jah­re ver­brannt ist?

Als wür­de man Per­len vor die Säue wer­fen!“

Die­ser Kom­men­tar klingt mir noch in den Oh­ren. Doch es ist nur all­zu ein­fach, die Schuld für den mä­ßi­gen Zu­lauf  in der Igno­ranz von „Kul­tur­ba­nau­sen“ fin­den zu wol­len. Bes­ser soll­te man dar­über nach­den­ken, ob der ge­mei­ne Fan der Rock­mu­sik die­se Per­le der Rock­kon­zer­te über­haupt wahr­ge­nom­men hat? Eine Fra­ge, die sich die KIM wohl stel­len muss. Und mit ob­jek­ti­ver Be­trach­tung der vor­an­ge­gan­ge­nen Öf­fent­lich­keits­ar­beit auch selbst be­ant­wor­ten kann. Statt of­fe­ner Um­gang mit dem Open-Air Fes­ti­val gab sich die KIM me­di­al eher zu­rück­hal­tend. Warf mehr un­struk­tu­rier­te Han­­dy-Pos­­tings als um­fas­sen­de In­for­ma­tio­nen in die so­zia­len Netz­wer­ke. Zu spät und eher un­auf­fäl­lig wur­de (Plakat)Werbung be­trie­ben. So­fern man da­bei von Fo­kus spre­chen kann, lag die­ser wohl nur auf Mayen – ver­gleich­bar wür­de „Rock am Ring“ nur in Ade­nau und Kel­berg sei­ne Zu­schau­er su­chen.


Für Lava Rock ist das ein­deu­tig zu we­nig. Die Kul­tur­in­itia­ti­ve Mayen hat ihr Open Air Fes­ti­val zu ei­nem ex­plo­si­ven Kra­ter der Rock­mu­sik ge­macht. Wie einst die Vul­ka­ne muss auch die KIM ihre Rocks in der gan­zen Re­gi­on ver­teil­ten. Sape­re Aude! Habt Mut, den Schritt zu voll­enden, den ihr ge­gan­gen seid. Weg mit dem Pony(Hof)reiten auf dem Fes­ti­val­ge­län­de. Ver­teilt kein But­ter­brot für so­zia­les En­ga­ge­ment, son­dern denkt über ein Ca­te­ring mit der Maye­ner Sup­pen­kü­che nach: jede Wurst ein Ge­winn für Maye­ner Kin­der, die sonst kein Mit­tag­essen ha­ben. Lasst eure Ak­tio­nen nicht ohne Me­di­en­auf­merk­sam­keit ver­flie­gen, wie die Him­mels­grü­ße an Kurt. Nutz euer Po­ten­zi­al aus und be­werbt euer Open Air mit ei­nem über­re­gio­na­len Kar­ten­vor­ver­kauf. Da­mit wür­digt ihr Kurt Kle­be mehr, als mit Zet­teln un­ter bun­ten Luft­bal­lons.

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De Sproocher
De Sproo­cher
De Sproo­cher ist un­se­res Ko­lum­nist. Er greift ak­tu­el­le Er­eig­nis­se oder The­men aus dem Maye­ner Le­ben auf, um Sie zum Schmun­zeln, aber auch zum Nach­den­ken zu brin­gen. Sei­ne Iden­ti­tät bleibt ein Ge­heim­nis, wie Schä­fers Le­ber­wurst­re­zept.

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