Kein königliches Burger-Erlebnis

Bei Burger King in Mayen setzt man auf Laissez faire, statt Kundenservice.

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Gastro-Check: Burger King Mayen
Das Burger King Restaurant in Mayen. Foto: Marco Schmitz

Diesmal waren wir für unseren Gastro-Check im Burger King Mayen. Eigentlich mehr aus Zufall, aber auch über außergewöhnliche Besuche sollte man berichten. Mit den Fast Food Restaurants hat sich über Jahrzehnte eine eigene Gastronomiekultur entwickelt. Wie also schneidet die Burger-Manufaktur am Katzenberg in diesem Metier ab?

Die Uhr zeigte gerade halb Elf am Abend. Wer in Mayen jetzt noch Hunger hat, dem bieten sich eigentlich nur noch die hell erleuchteten Restaurants der großen Fast Food Ketten an. Wir fahren also zu Burger King in die Koblenzer Straße in Mayen und freuen uns über das großzügige Parkraumangebot. In dem Lokal war an sich wenig los. Der Sauberkeit nach zu urteilen hatte man aber das Gefühl, dass gerade erst ein Reisebus mit 80 Touristen den Parkplatz verlassen hatte. Die Tische waren schmierig und der Boden einfach nur dreckig. Die Servicekraft schien bei der Säuberung der Toiletten längst kapituliert und nur noch ihre Anwesenheit auf der Checkliste vermerkt zu haben. Ein trauriges Bild, das wir leider mehrfach bei Fast Food Restaurants beobachten konnten. Wir bleiben also. Restaurant-Kritik ist hin und wieder auch ein hartes Brot vom Vortag.

An der Kasse stand vor uns ein Kunde, der offensichtlich eine Beschwerde hinsichtlich seiner Bestellung hatte. Auf der Theke vor ihm lagen drei Burger ausgepackt, weil die junge Frau an der Kasse, darin herumfingerte. Scheinbar war sie mit der Beschwerde überfordert und nur unzureichende in den allgemeinen Hygienevorgaben für Gastronomie bewandert. Immer wieder fasste sie mit bloßen Händen alle drei Burger des Kunden an, bis sie nach einem längeren Hin und Her letztlich einen der Burger austauschte.

Gastro-Check: Burger King Mayen
Zwei einfache Menüs aus BigKing und Grilled Dog mit Pommes, Chilli Cheese Nuggets und Getränk konnten nicht zeitnah zusammengestellt werden. Foto: Marco Schmitz
Hygieneverordnung und ihre Auslegung

Nach weiteren sieben Minuten Wartezeit in erster Position durften wir dann unsere Bestellung aufgeben. Wir orderten zwei Menüs und Beilagen in überschaubarem Umfang – ohne Sonderwünsche. Bei einer durchschnittlichen Order für zwei Personen sollten wir eigentlich recht zügig mit allem versorgt sein. Der BigKing XXL war recht schnell auf dem Tablett, die Getränke machten auch keine Probleme, im Gegensatz zu den ChilliCheese Nuggets. Von denen hatten wir einen 9er bestellt. In der Wärmetheke stand eine Tüte mit sechs Nuggets. Diese wurde von der jungen Kassiererin für einen „Profiblick“ geöffnet und auf unser Tablett gestellt. Dann bemerkte Sie die größere Tüte, warf dann nochmals einen Blick in die kleine, tauschte diese dann gegen die große aus und stellte die kleine Tüte, die bereits geöffnet vor unserer Nase stand, wieder zurück in die Wärmetheke. Wir waren erneut verwundert. Diese laissez faire Auslegung der Hygieneverordnung hätten wir überall erwartet, aber nicht in einem systemgastronomischen Betrieb.

Wir hatten also die Hälfte der Bestellung auf dem Tablett und dann, ja dann standen wir da und warteten und warteten – auf zwei von den neuen GrilledDogs und zwei Portionen Fritten, die in der Pommes-Schütte vor sich hindämmerten, abkühlten und der Menge nach zu urteilen noch für den bereits abgefahrenen Bus gereicht hätten. Davon abgesehen, dass man uns nicht anbot Platz zu nehmen, um uns den Rest gerne an den Tisch zu bringen, mussten wir uns auch noch den höchst „geistreichen und aufschlussreichen“ Austausch zwischen der Mitarbeiterin und ihrer Kollegin vom „Drive In“ über Männer und Autos anhören, während wir vor der Theke standen und geflissentlich ignoriert wurden. Auf unser Bitten hin wurden wir dann zumindest noch mit Pommes versorgt. Wir nahmen unser Tablett und setzten uns an einen der Tische.

Gastro-Check: Burger King Mayen
Der Grilled Dog war ein langweiliges Würstchen, das mehr gekocht als gegrillt aussah. Foto: Marco Schmitz
Where is the beef?

Das Essen war bis auf den BigKing und die ChilliCheese Nuggets ein totaler Reinfall. Die Pommes waren kalt und lasch, die GrilledDogs weit entfernt von dem, was auf großen Plakaten versprochen wurde. Vollmundige Botschaften wie „Grilled“ und „100 % Beef“ oder „Gurken-Relish“ versprachen eine besondere Variante eines Amerikanischen Klassikers. In der Pappschachtel erwartete uns jedoch eher ein American Albtraum: Die Wurst rangierte auf dem Niveau einer Discounter-Dosenwurst, war nicht gegrillt und das Hotdog Bun war spröde wie ein Aufbackbrötchen bei Stromausfall. Das macht für den halben Preis selbst IKEA besser.

Alles in allem war das verspätete Abendessen bei Burger King in Mayen eine herbe Enttäuschung. Nachtests bei zwei weiteren Besuchen verliefen ähnlich. Zwar hatten wir mit dem Essen mehr Glück, aber in Erscheinungsbild und Service präsentierte sich das Schnellrestaurant recht deckungsgleich. Obwohl das Franchisekonzept in der Inneneinrichtung überzeugend charmant umgesetzt wurde. Alles ist auf einen angenehmen Aufenthalt ausgerichtet – mit Ausnahme des Personals.

 


Kontaktdaten des Restaurant

Burger King
Koblenzer Str. 174a
56727 Mayen

Tel. 02651 – 493 18 58

 

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Ambiente
Service
Qualität der Speisen
Preis / Leistung
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Marco Schmitz
Marco lebt und arbeitet als freier Journalist in Mayen. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in den Bereichen Kultur und Unterhaltung. Er schreibt für Zeitungen und ist Autor Deutschlands erster Studie über die Rezeption von interaktiven Inhalten durch Eltern.

16 KOMMENTARE

  1. Ach Marco… schön dass es endlich mal jemand professionell anspricht. Dein Erlebnis hatten wir bisher jedes Mal und haben uns nach gefühlten hundert Chancen dann dazu entschlossen in Mayen keinen Burger King mehr zu besuchen. Schade, dass du dir kein Eis bestellt hast. Du hättest zwar so oder so keine ganze Portion bekommen aber dann wäre das wenigstens auch mal zur Sprache gekommen…

  2. Mir fehlen echt die worte .
    Ich kann dies nicht bestätigen.
    Es ist halt burgerking und kein besuch beim italiener.
    Allleine das man als pseudo resturantkritiker bei burger king rein schneit und dann auch noch sowas schreibt
    Ist unteraller sau .muss man den mitarbeiter mit namen öffentlich kritisieren?
    Ist das ein problem mal 3minuten zu warten?

    • Für sein Geld kann man auch bei Burger King Sauberkeit und motivierte Mitarbeiter erwarten. Dabei ist es dort teurer ist als beim Italiener werden die Tisch noch sauber eingedeckt. Bei Burger King in Mayen sind die Tische oft schmierig und mit Krümeln übersät. Ich finde es gut, dass das mal offen angesprochen wird.

  3. Also ich weiß ja nicht in welche Restaurant du warst! Ich bin dort Stammkunde und finde Deine Feststellung maßlos übertrieben und Geschäftsschädigend!!!!!

  4. Ich finde es ehrlich gesagt etwas unprofessionell geschrieben, Sie möchten zwar über die Finale von Burger King berichten , schreiben jedoch ständig über die schlechte Arbeit einer Mitarbeiterin. Ich war dort auch schon öfters Essen und ich kann das ehrlich gesagt nicht bestätigen. Klar ist in so Fastfood Restaurants nicht immer alles zu hundert Prozent sauber aber das liegt sicherlich nicht an nur einer einzigen Mitarbeiterin, so wie ich es aus dem Text heraus verstehe.
    Meiner Meinung nach ist es nicht in Ordnung ständig einen Namen zu erwähnen denn auch wenn „nur “ ein Vorname erwähnt wird weiß der Bekanntenkreis um welche Person es sich handelt. Fakten hin oder her, man sollte auch mal an die betreffenden Personen denken und was es mit deren Psyche macht, wenn diese überall öffentlich so bloßgestellt wird.
    Zudem können die Mitarbeiter nichts dafür wenn sie von dem Laden nicht richtig geschult werden.

    • Es handelt sich um die Schilderung eines Erlebnisses. Und wenn sich eine Mitarbeiterin angesprochen fühlt oder ein Bekanntenkreis sie erkennen möchte, dann ist der Bericht nicht nur für unsere Erfahrungen exemplarisch. Uns ist unverständlich, warum man in einem Fastfood Restaurant weniger Sauberkeit zu erwarten haben soll; eine unzureichende Schulung von Mitarbeitern ist dafür keine Entschuldigung. Sauberkeit, Hygiene und kundenorientiertes Handeln sind Grundzüge, die man von jedem Mitarbeiter in jeder Gastronomie erwarten darf.

      • Es geht nicht darum das man sich angesprochen fühlt, sondern darum das ständig ihr Name erwähnt wird. Und so wie ich es verstanden habe , hatten Sie vor über die Fiale zu berichten. Und dennoch bin ich der Meinung das nicht eine einzige Mitarbeiterin für den Ruf und die Präsentation von einem Restaurant zuständig ist.
        Und selbst wenn man Sauberkeit erwarten kann , kann man auch erwarten das keiner bloß gestellt wird , nur damit man mehr Aufmerksamkeit bekommen möchte.

        • Liebe Alina,

          es geht eigentlich darum, dass jeder Mitarbeiter in der Gastronomie genau das Restaurant, Hotel, o.Ä., in dem er arbeitet, vertritt und nach außen repräsentiert. Somit ist JEDE/R Mitarbeiter/in für den Ruf des Restaurants zuständig.

          Außerdem tue ich mir etwas schwer mit Ihrer Behauptung, dass dauernd der Name der/des Mitarbeiters/ erwähnt wird. Ich sehe hier keine Erwähnung.

          Das Gros der hier aufgeführten Kommentare und der Kommentare bei facebook, die ich mir in den letzten Minuten durchgelesen habe, ist genau der Meinung wie der Autor, nämlich dass der Laden eine Katastrophe ist und die Mitarbeiter unfreundlich und „null“ serviceorientiert. Und man nur deshalb dort hin geht, weil es keine Ausweichmöglichkeiten in nächster Nähe gibt. Und ich wette mit Ihnen, dass die Geschäftsführung sich dessen bewusst ist und ihr deshalb völlig schnurz ist, wie der Laden aussieht und wie der Kunde denkt.

          Und ich lese aus dem Artikel auch keine wirklich Kritik an der Servicekraft sondern vor allem an der Geschäftsführung, die ihren Mitarbeitern/innen anscheinend nicht die einfachsten Hygienevorschriften näher gebracht bekommt und auch sonst keinen Blick für ihren eigenen Laden hat. Wie sollen da die Angestellten denn auch was lernen oder sich sogar mit ihrer Arbeit identifizieren, wenn die Geschäftsführung schon keine Lust hat, sich mit dem Geschäft zu identifizieren.

          Und ich habe mir zum Vergleich auch mal den Artikel über das Eiscafé hier durchgelesen. Da habe ich nun keine Kommentare gefunden, dass man die Bedienung angreifen würde mit dem Artikel, weil die kein ordentliches Deutsch sprechen.

          Ich denke, dass Sie da etwas hineininterpretieren, Alina, was nicht da ist.

          Es ist nun mal Fakt (und dafür sprechen hier auch die zahlreichen Kommentare unter dem Artikel, auch bei fb), dass es bei dem oben genannten Burgerladen dreckig ist. Und es ist nun mal Fakt, dass die meisten Mitarbeiter/innen nicht serviceorientiert sind. Wenn der Autor hier in diesem Fall an genauso eine Person geraten ist, wie hätte er dann Ihrer Meinung nach den Artikel schreiben sollen? Überschwänglich und lobend obwohl es eine Katastrophe gewesen ist?

          Jeder Mensch weiß, dass man in solchen Burgerketten nicht arbeitet wenn man jung ist, weil es ein auserwähltes Traumziel ist, sondern weil man das Geld braucht. Und dass da die Motivation auch mal auf der Strecke bleibt, ist vielleicht auch nachzuvollziehen, aber deshalb muss man den Kunden, der ja nun mal für sein Essen bezahlt, das nicht spüren lassen.

          Ich kann Ihrem Blickwinkel nicht folgen, Alina. Die eigentliche Kritik wird hier an der Geschäftsführung geübt.

  5. Sehr geehrte Frau Michelle G.,

    In ihrem Kommentar kann ich entnehmen das sie nicht wissen das in den ersten Tagen der Bericht mit dem Namen der Bedienung versehen wurde und dieser erst im nachhinein abgeändert wurde.
    Ich Persönlich muss sagen das ich eine „Berichterstattung“ bzw. eine „Kritik“ in dem der Name einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters genannt wird als unserious erachte.
    Den als Journalist sollte man sich auch darüber Gedanken machen, dass wie die Alina oben erwähnte, dass nicht all zu schön für die jeweiligen Mitarbeiter ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Luca

    • Hallo Luca,

      grundsätzlich geben wir von der Redaktion dir Recht, dass die Namen betroffener Mitarbeiter in solchen Fällen nicht veröffentlicht werden sollten. Im vorliegenden Fall hatten wir einen fiktiven Namen in dem Bericht eingefügt, mit dem Hinweis (*), dass es ein von der Redaktion geänderter Name war. Aufgrund anscheinend vorliegender Verwechslungsgefahr haben wir diesen Namen entfernt und den Artikel entsprechend umgeschrieben.

  6. Leider habe ich bei dem Burger King in Mayen ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht. Daher werde ich den ekelhaften Laden nicht mehr besuchen.

  7. Wann erfolgt ein Bericht über den Mc in Mayen oder in Mendig?

    Ich kann den Bericht so nicht bestätigen.

    Muss aber dazu sagen, dass ich seit Bestehen des B K in Mayen max 3 x drinnen und noch seltener am BK Drive war.

    Bei diesen wenigen Besuchen war alles OK.

    Es war sauber, das Essen war nicht kalt und die Geschwindigkeit ließ auch nichts zu wünschen übrig.

    Abgekühlte Pommes kenne ich nur von den beiden Mc D in Mayen und Mendig.

    In Mendig kann ich allerdings das Mc Café empfehlen.
    Ein super Kaffee, dazu leckeren Kuchen.

    Lediglich das andauernde, schrille Pfeiffen der Technik lässt einen längeren Besuch nicht zu.

    Nervend!

  8. Sehr gut geschrieben. Zu den Kommentaren die behaupten die Mitarbeiterin wäre namentlich erwähnt, wo genau? Wenn sich diese nach der Kritik wieder erkennt würde ich an ihrer Stelle kündigen und die Frist bis dato Urlaub beantragen. Wir waren,auch mit Freunden, öfter da und uns bot sich das selbe Bild. Erst neulich am 20.09.2018 gegen 14Uhr,eine Kasse geöffnet und die Dame hätte wirklich Hilfe benötigt,vor uns ca 4Personen die bereits warteten ,als wir dann dran waren ging die Bestellung recht fix.Hinter uns staute sich bereits die Schlange,4-6 Personen verließen das Restaurant unverrichteter Dinge wieder. Am Drive Inn eine Schlange der Autos wie auf der Autobahn. Die Schichtleiterin schaute kurz an Kasse und Drive Inn und sah offensichtlich was die Mädels zu tun hatten,weit gefehlt Wer nun erwartet das eventuell noch eine Kasse geöffnet würde…nein,die Dame ist ins hintere Räumchen verschwunden und nicht mehr sichtbar. Zwischenzeitlich saßen wir am Tisch,mit dem Bedürfnis einen Lappen zu ordern um erst mal den Tisch zu säubern,wir legten es mit Servietten aus,diese klebten nach dem Speisen am Tisch! Der Boden klebte teilweise das es mir fast die Schuhe ausgezogen hat…die Bedienungen (immer noch nur jeweils eine) taten mir wirklich leid,denn sie wussten nicht mehr wo vorne und hinten ist…falsche Planung durch und durch das ist großer Mist gewesen,nach solchen Schichten darf man sich nicht wundern wenn der ein oder andere unfreundlich wird,auch wenn es nicht passieren darf. Hut ab an diese Schicht in genannter Zeit,ich hätte der Schichtleitung dezent den Mittelfinger gezeigt und wäre gegangen.
    Aber das Sauberkeitsproblem ist leider egal zu welcher Tageszeit ein ganz großes Problem, egal bei welchem Andrang, dies müsste wirklich besser gemacht werden,denn auch die Toilettenanlage ist manchmal in einem Zustand vorgefunden worden das ich mittlerweile dort nicht mehr hingehe.
    Die Speisen..nun ja,mal so mal so,oft sind die Pommes kalt und wabbelig und die Bürger in der Verpackung so durch gematscht das es nicht sehr toll aussieht.entweder ist so viel Soße darauf das man nur Soße schmeckt oder aber so wenig dass das Getränk daneben das Bedürfnis hat den Bürger zu tränken weil trocken…Sehr trocken…
    Ich hoffe wirklich das diese es auf die Reihe bekommen,denn eigentlich ist es wirklich lecker. Und wenn im Außenbereich noch Ascher vorzufinden sind wäre das super,denn wenn einige Personen vor der Eingangstür rauchen ist dies für die kommenden und gehenden Gästen (auch als Raucher) echt unangenehm.

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