Neue Be­hand­lung für Sko­­lio­­se-Pa­­ti­en­­ten

Phy­sio­the­ra­pie am St. Eli­sa­beth Mayen hilft mit Leh­nert-Schroth The­ra­pie

Vie­le Men­schen sind von ei­ner Sko­lio­se, also ei­ner Wir­bel­säu­len­ver­krüm­mung, be­trof­fen. Da­bei han­delt es sich um eine Sei­ten­ver­bie­gung der Wir­bel­säu­le mit gleich­zei­ti­ger Ver­dre­hung der Wir­bel­kör­per. Schwe­re Sko­lio­sen kön­nen star­ke Schmer­zen ver­ur­sa­chen, die Lun­gen­funk­ti­on und so­mit die Le­bens­qua­li­tät der Be­trof­fen stark be­ein­träch­ti­gen.

Als der­zeit bes­te kran­ken­gym­nas­ti­sche Sko­lio­se­be­hand­lung gilt so­ge­nann­te Leh­­nert-Schroth The­ra­pie, be­grün­det Ka­tha­ri­na Schroth zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts. Sie war selbst von ei­ner schwe­ren Sko­lio­se be­trof­fen, the­ra­pier­te sich im Ju­gend­al­ter selbst und be­gann 1921, auch Pa­ti­en­ten er­folg­reich nach ih­rer Me­tho­dik zu be­han­deln. Im Lau­fe der Zeit wur­den für jede Sko­lio­se­form ent­spre­chen­de Übun­gen kon­zi­piert. Wei­ter­ent­wi­ckelt und in­ter­na­tio­nal be­kannt ge­macht wur­de der The­ra­pie­an­satz dann durch die Toch­ter Chris­ta Leh­­nert-Schroth.


Die Leh­­nert-Schroth The­ra­pie ist re­zept­pflich­tig und fällt un­ter den Heil­mit­tel­ka­ta­log. Die Be­hand­lung er­folgt ge­ne­rell am­bu­lant. Bei Be­darf ist es je­doch auch mög­lich, im sta­tio­nä­ren Be­reich mit den ers­ten Grund­zü­gen zu be­gin­nen. Grund­sätz­lich ist die The­ra­pie für alle Sko­lio­se­mus­ter ge­eig­net, je­doch gibt es ge­wis­se Pa­tho­lo­gi­en der Wir­bel­säu­le, die ähn­li­che Sym­pto­me ha­ben wie eine sko­lio­ti­sche Ver­än­de­rung, bei de­nen je­doch eine an­ge­pass­te The­ra­pie er­fol­gen muss. Die wich­tigs­te Pha­se der Sko­lios­e­the­ra­pie liegt im Al­ter zwi­schen neun und 18 Jah­ren, also vor dem Ab­schluss der letz­ten Wachs­tums­pha­se. Hier kön­nen die größ­ten Er­fol­ge er­zielt wer­den, da sich die Stel­lung der Wir­bel­säu­le mit zu­neh­men­den Al­ter fes­tigt und Ver­än­de­run­gen so­mit schwie­ri­ger wer­den.

Ein gu­tes Kör­per­ge­fühl ist der Schlüs­sel

Die Dich­te an spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten Schroth-The­ra­peu­­ten ist je­doch noch ge­ring. An­ge­bo­ten wird die­se Phy­sio­the­ra­pie jetzt im St. Eli­sa­beth Mayen. Die Um­set­zung er­folgt da­bei un­ter An­lei­tung ei­nes ge­schul­ten The­ra­peu­ten. Der Pa­ti­ent sieht die ei­ge­ne Fehl­form zwi­schen zwei Spie­geln, ver­sucht sie durch Übun­gen un­ter Spie­gel­kon­trol­le op­ti­mal zu kor­ri­gie­ren und die­se Hal­tungs­po­si­ti­on durch be­wuss­te Wahr­neh­mung zu ver­in­ner­li­chen. Er­gän­zend lernt er eine Kor­rek­tur­at­mung zur Be­ein­flus­sung des sko­lio­ti­schen Atem­mus­ters. Die gro­ße Her­aus­for­de­rung: Eine er­folg­rei­che The­ra­pie setzt ein gu­tes Kör­per­ge­fühl des Pa­ti­en­ten vor­aus. Des­halb be­steht eine der zen­tra­len Grund­la­gen der The­ra­pie dar­in, die­ses zu er­ler­nen. „Der Pa­ti­ent muss in der Lage sein, sei­ne Hal­tung selbst­stän­dig zu kor­ri­gie­ren und Be­we­gungs­auf­trä­ge um­zu­set­zen“, er­klärt Be­ne­dikt Mül­ler, der als Phy­sio­the­ra­peut im St. Eli­sa­beth Mayen ar­bei­tet und die Wei­ter­bil­dung zum Schroth-The­ra­peu­­ten er­folg­reich ab­sol­viert hat. Er weiß auch, dass gro­ße Er­fol­ge nicht kurz­fris­tig zu er­war­ten sind, son­dern die The­ra­pie lang­wie­rig ist und viel Dis­zi­plin vor­aus­setzt. Nach dem Er­ler­nen muss der Pa­ti­ent die Übun­gen täg­lich zu­hau­se fort­füh­ren, idea­ler­wei­se ein Le­ben lang.

In der Phy­sio­the­ra­pie ist die Leh­­nert-Schroth The­ra­pie nur eine von vie­len An­ge­bo­ten zur ak­ti­ven Ge­sun­dung und Re­ge­ne­ra­ti­on. In en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit den be­han­deln­den Ärz­ten so­wie auf Grund­la­ge der me­di­zi­ni­schen Ver­ord­nun­gen und des the­ra­peu­ti­schen Be­fun­des wer­den die Pa­ti­en­ten mit ei­nem in­di­vi­du­ell aus­ge­rich­te­ten The­ra­pie­plan per­sön­lich be­treut. Als Ein­zel­the­ra­pi­en wer­den bei­spiels­wei­se Sport­phy­sio­the­ra­pie, ge­rä­te­ge­stütz­te Kran­ken­gym­nas­tik, ma­nu­el­le The­ra­pie, Lymph­drai­na­ge mit Kom­pres­si­on, K‑Taping oder Fuß­re­flex­zo­nen­mas­sa­gen durch­ge­führt. Im Zen­trum für Ge­sund­heits­för­de­rung er­fol­gen zu­dem Grup­pen­be­hand­lun­gen wie Wir­bel­säu­len­gym­nas­tik, Pi­la­tes und Rü­cken­schu­le. Im Rah­men der Phy­si­ka­li­schen Maß­nah­men wer­den un­ter an­de­rem Fan­go, Eis­ab­rei­bun­gen und Elek­tro­the­ra­pie an­ge­bo­ten.

Marco Schmitz
Mar­co Schmitz
Mar­co lebt und ar­bei­tet als frei­er Jour­na­list in Mayen. Der Schwer­punkt sei­ner Tä­tig­keit liegt in den Be­rei­chen Kul­tur und Un­ter­hal­tung. Er schreibt für Zei­tun­gen und ist Au­tor Deutsch­lands ers­ter Stu­die über die Re­zep­ti­on von in­ter­ak­ti­ven In­hal­ten durch El­tern.

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