Kunterbunt und aufgeknöpft

Stoffe und Kurzwaren verzauberten den Marktplatz.

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Stoffe in Hülle und Fülle gab es auf dem Stoffmarkt wieder zu entdecken. Foto: Marco Schmitz

Einer der schönsten Märkte am Fuße der Genovevaburg ist der deutsch-holländische Stoffmarkt. Der Trend zu Nadel und Faden zieht seit Jahren immer weiter an. Nach einer aktuellen Auswertung von Statista geben die Deutschen seit 2013 zunehmend mehr Geld rund um die Nähmaschine aus.

Als die Morgensonne mit ihren ersten Strahlen den Marktplatz erfüllte, war der Stoffmarkt bereit für die ersten Besucher. Schon in den frühen Stunden fingen die Händler mit dem Aufbau und Auslegen ihrer Stände an. Bereits vor dem offiziellen Start suchten schon einige Ungeduldige nach den ersten Schnäppchen, während andere Besucher vom Rand aus bei Kaffee und Brötchen das Treiben zunächst nur beobachteten. Der Stoffmarkt ist immer wieder ein großer, bunter Event. Neben den Klassikern wie Füllwatten, Leinen und Futterstoffen gibt es zahllose Kleider- und Polsterstoffe zu entdecken, die meterweise aktuelle Mode widerspiegeln.

Ein überraschend interessanter Trend ist Kork als Werkstoff zum Nähen und Basteln. Foto: Marco Schmitz

Ein überraschend interessanter Trend dabei Kork als Werkstoff zum Nähen und Basteln. An einem Stand für Schmuck und Accessoires aus Kork gab es die Rinde der Korkeiche auch als dünne, flexible Meterware. Damit lassen sich neben Handtaschen, Etuis und Beutel auch beanspruchbare Gebrauchsgegenstände wie Regenschirme herstellen. Auf ihrem Stand präsentierte die Mayener Schmuckmanufaktur Angela Stifter einige bemerkenswerte Werkstücke aus dem nachwachsenden Rohstoff. Allerdings verlangt die Verarbeitung des „Korkstoffs“ ein gewisses Maß an Erfahrung. Das Vernähen von Kork verlangt mehr Geschick und Präzision im Umgang mit Nadel und Faden, als ein einfaches Baumwollgewebe.

Mit einer interessanten Stilblüte der Heimarbeit befasste sich der Nähmaschinenhersteller Elna an seinem Stand. Nach digitalen und Overlock Nähmaschinen sind nun die Stickmaschinen zum Statussymbol der privaten Näher und Veredler geworden. Bei Anschaffungskosten im unteren vierstelligen Bereich spielen immer mehr mit dem Gedanken, die genähten Sachen zu Individualisieren. Doch der Einstieg in diese Welt gestaltet sich schwierig, da jede Maschine nur über begrenzte Schriften und Muster verfügt und bei der Verwendung von Stick-Dateien jeder Hersteller sein eigenes „Formatsüppchen“ kocht. Zwar lassen sich mit einer zusätzlichen Software persönliche Logos oder Schriftzüge entwerfen. Das jedoch setzt eine genaue Kenntnis über Stickmuster und Stichanordnung voraus. Für technisch weniger versierte Anwender hat sich hier zwar ein Markt zahlreicher Dienstanbieter für die Konvertierung entwickelt. Allerdings ist man selbst als Privatperson einem nicht unerheblichen Risiko der Lizenzrechtsverletzung ausgesetzt – selbst wenn man ein eigenes Bild in eine Stickdatei umwandeln lässt.

Bereits in den frühen Morgenstunden kam zahlreiche Stofffreunde auf den Marktplatz. Foto: Marco Schmitz

Ebenfalls interessant zeigte sich der Stoffmarkt auch für Besucher, die lieber Basteln als Nähen möchten. Neben den üblichen Kurzwaren gab es ein überwältigendes Angebot an Zubehör wie Bändern, Schlaufen, Kordeln und Knöpfen, woraus sich mit etwas Stoffresten und Kreativität äußerst dekorative Geschenkideen basteln lassen, ohne auch nur eine Nadel zur Hand nehmen zu müssen. Wer den Stoffmarkt verpasst hat, sollte sich jetzt schon den 31. August 2018 notieren, dann machen die Deutschen und Holländischen Händler wieder Station in Mayen und werden das Publikum wohl wieder mit neuen Trend und gewohnter Stoffqualität begeistern.

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