Ma­rio Adorf star­tet letz­te Tour­nee in Mayen

Man muss sich ein­fach selbst be­ur­tei­len und sa­gen: Das war’s!”

Sei­ne Hei­mat­ver­bun­den­heit ist et­was ganz Be­son­de­res. Ma­rio Adorf kommt im­mer wie­der nach Mayen, ist Pate der Burg­fest­spie­le und nicht zu­letzt ei­ner der be­deu­tends­ten Söh­ne der Stadt. „Es ist schon et­was Be­son­de­res, ei­nen sol­chen Eh­ren­bür­ger zu ha­ben,“ be­ton­te un­ser Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Treis heu­te Mor­gen in sei­nem Gruß­wort an­läss­lich Ma­rio Adorfs Pres­se­kon­fe­renz.  „Dar­um be­nei­den uns vie­le Städ­te!“

Es hat al­les sei­ne Zeit

Ma­rio Adorf geht ein letz­tes Mal auf Tour­nee. Sein Pro­gramm heißt „Zu­ga­be“ und klingt ein we­nig wie der Nach­schlag ei­nes Rock­stars. Müde ist er nicht ge­wor­den. Er er­zählt von ak­tu­el­len Pro­jek­ten und Rol­len, wie etwa „Es hät­te schlim­mer kom­men kön­nen“, Do­mi­nik Wes­se­lys Hom­mage an ihn, den gro­ßen En­ter­tai­ner. Er spricht aber auch über Ab­schied neh­men, von der Büh­ne. Wie einst von den Thea­ter­büh­nen. „Es gibt Din­ge, die ha­ben ein­fach ihre Zeit,“ er­klärt Adorf et­was weh­mü­tig. „Man muss sich ein­fach selbst be­ur­tei­len und sa­gen: Das war’s! Es hat al­les sei­ne Zeit und man muss für sich selbst fest­stel­len, wann man Din­ge sich selbst oder an­de­ren nicht mehr zu­mu­ten soll­te.“ Scherz­haft fasst er zu­sam­men, nicht den Ehr­geiz zu habe, wie Jo­han­nes Hee­sters auf die Büh­ne ge­ho­ben zu wer­den.

Das Bes­te zum Schluss

Mor­gen Abend wird Adorf von hier aus hier zu sei­ner letz­te Tour­nee auf­bre­chen. Kar­ten für die Hal­le 129 sind be­reits seit Wo­chen kei­ne mehr zu be­kom­men. Ein Start in aus­ver­kauf­tem Haus vor über­schau­ba­rem Hei­mat­pu­bli­kum. Es wird ein wei­te­rer Ab­schied vom Pu­bli­kum, so wie er sich be­reits vor 15 Jah­ren vom Rol­len­spiel am Thea­ter ver­ab­schie­det hat. Es soll aber kein ab­ge­grif­fe­ner Auf­guss wie eine Ab­schieds­tour­nee sein, son­dern ein kla­rer Schnitt mit ei­ner „Zu­ga­be“. Die Be­su­cher er­war­tet nichts Neu­es, son­dern be­währ­te Ge­schich­ten, die Adorf selbst ge­fal­len ha­ben und er­folg­reich wa­ren. Adorf ver­steht sein letz­tes Pro­gramm als Ver­beu­gung vor dem Pu­bli­kum zum Ab­schied. Da er nach ei­ge­nen Wor­ten selbst nie auf sei­ne Fil­me zu­rück­ge­blickt hat und ihm stets sei­ne ak­tu­el­le Rol­le die wich­tigs­te war, ist es für den En­ter­tai­ner so­mit auch et­was Neu­es zum Schluss.

Ich bin kein Schrift­stel­ler, son­dern Er­zäh­ler

In 60 Jah­ren auf der Büh­ne war das Ziel des Schau­spie­lers stets, nicht auf eine Rol­le fest­ge­legt zu wer­den, son­dern ver­schie­de­ne Rol­len zu spie­len. Sei­ne Gäs­te kön­nen sich da­her auf ei­nen bun­ten und ab­wechs­lungs­rei­chen Streif­zug durch Adorfs Le­ben und Wir­ken freu­en. „Grund­sätz­lich ist es eine Le­sung. Ich wer­de alte Ge­schich­ten, die ich auf­ge­schrie­ben habe, zum Teil wie­der­le­sen,“ ver­rät Adorf über das kom­men­de Pro­gramm. „Da ich aber kein Schrift­stel­ler, son­dern Er­zäh­ler bin, han­delt es sich um er­zähl­te Ge­schich­ten. So wird es sich auch er­ge­ben, dass ich mich in die Er­zäh­lung zu­rück­zie­hen wer­de.“ Wer eine Kar­te er­gat­tern konn­te, darf sich also über mehr freu­en, als ein rei­nes Ab­le­sen vom Blatt. Ab­ge­run­det wird das Pro­gramm von Mu­sik und Ge­sang, wie sie für Adorf im Brecht‘gen Thea­ter eine gro­ße Rol­le ge­spielt ha­ben.

Marco Schmitz
Mar­co Schmitz
Mar­co lebt und ar­bei­tet als frei­er Jour­na­list in Mayen. Der Schwer­punkt sei­ner Tä­tig­keit liegt in den Be­rei­chen Kul­tur und Un­ter­hal­tung. Er schreibt für Zei­tun­gen und ist Au­tor Deutsch­lands ers­ter Stu­die über die Re­zep­ti­on von in­ter­ak­ti­ven In­hal­ten durch El­tern.

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