Ha­sen­pest in Ko­blenz-Güls fest­ge­stellt

Auf­fäl­li­ge Wild­tie­re mel­den und Kon­takt mei­den

Bei zwei Feld­ha­sen aus dem Jagd­be­zirk Ko­blenz-Güls wur­de der Er­re­ger der Ha­sen­pest (Tu­larä­mie) nach­ge­wie­sen. Haupt­säch­lich sind von der Krank­heit Ha­sen, Ka­nin­chen oder Na­ge­tie­re be­trof­fen, je­doch kann sie auch auf an­de­re Tie­re oder Men­schen über­tra­gen wer­den. Die Kreis­ver­wal­tung Mayen-Ko­blenz emp­fiehlt Spa­zier­gän­gern und Wan­de­rern des­halb, tote oder krank wir­ken­de Ha­sen und Wild­ka­nin­chen auf kei­nen Fall an­zu­fas­sen. Auch Hun­de soll­ten nicht mit ih­nen in Kon­takt kom­men.

Kran­ke Tie­re Zei­gen kein ty­pi­sches Flucht­ver­hal­ten

Ger­trud Klumpp, Lei­ter der Ve­te­ri­när­be­hör­de im Kreis­haus, er­klärt: „Im Ge­gen­satz zu ge­sun­den Feld­ha­sen zei­gen an Ha­sen­pest er­krank­te Tie­re in der Re­gel kein ty­pi­sches Flucht­ver­hal­ten, son­dern las­sen Men­schen schein­bar ohne Scheu an sich her­an­kom­men. Man darf den­noch kei­nes­falls die Tie­re an­fas­sen.“ Die An­ste­ckung ist über of­fe­ne Wun­den, die Schleim­häu­te, die Bin­de­haut der Au­gen oder auch durch Ein­at­men von er­re­ger­hal­ti­gem Staub mög­lich. Hat man doch ein Tier an­ge­fasst, soll­ten die Hän­de gut ge­rei­nigt und des­in­fi­ziert wer­den. Die Krank­heits­sym­pto­me beim Men­schen sind ähn­lich wie bei ei­ner Grip­pe: Es zei­gen sich Fie­ber, Ab­ge­schla­gen­heit und ge­schwol­le­ne Lymph­kno­ten, manch­mal auch Übel­keit und Durch­fall. Kom­pli­ka­tio­nen mit Lun­gen­ent­zün­dung oder Be­tei­li­gung an­de­rer Or­ga­ne wie Le­ber, Nie­re und Herz kön­nen vor­kom­men.

Auf den Mensch über­trag­bar

Nach Kon­takt und ers­ten An­zei­chen soll­te man um­ge­hend ei­nen Arzt auf­su­chen. Hun­de kön­nen sich grund­sätz­lich in­fi­zie­ren und den Er­re­ger wei­ter­ge­ben, be­sit­zen je­doch eine hohe na­tür­lich Re­sis­tenz. Nicht ver­wech­selt wer­den soll­te die Tu­larä­mie mit der Myxo­ma­to­se, bei der die er­krank­ten Tie­re Schwel­lun­gen und Ent­zün­dun­gen u.a. im Be­reich der Au­gen zei­gen. Die Myxo­ma­to­se ist im Ge­gen­satz zur Tu­larä­mie für den Men­schen un­ge­fähr­lich.

Wer ein auf­fäl­li­ges Tier ent­deckt, soll­te die­ses dem Ve­te­ri­när­amt der Kreis­ver­wal­tung  mel­den. Dort wer­den wei­te­re Maß­nah­men ein­ge­lei­tet. Mel­dun­gen an die Kreis­ver­wal­tung  Mayen-Ko­blenz un­ter Tel.: 0261/108–459 oder 108–580. Bei Nicht­er­reich­bar­keit soll­te man sich an die ört­li­chen Ord­nungs­be­hör­den oder die Po­li­zei wen­den, die dann den ent­spre­chen­den Jagd­päch­ter in­for­mie­ren.

Marco Schmitz
Mar­co Schmitz
Mar­co lebt und ar­bei­tet als frei­er Jour­na­list in Mayen. Der Schwer­punkt sei­ner Tä­tig­keit liegt in den Be­rei­chen Kul­tur und Un­ter­hal­tung. Er schreibt für Zei­tun­gen und ist Au­tor Deutsch­lands ers­ter Stu­die über die Re­zep­ti­on von in­ter­ak­ti­ven In­hal­ten durch El­tern.

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